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Lesezeit: Ca. 8 Minuten

Es ist kein Zufall, dass der Blutdruck oft bei Arztbesuchen gemessen wird – Bluthochdruck ist weit verbreitet und kann gefährlich werden. Und doch zeigt er selten Symptome, sodass er unbemerkt die Herzgesundheit beeinträchtigen kann. Daher wird er auch als >> Stiller Killer << bezeichnet.

Laut der Deutschen Hochdruckliga haben 20 bis 30 Millionen Menschen in Deutschland Bluthochdruck. Das Erschreckende daran ist: Fast jeder Dritte weiß nichts von seiner Bluthochdruckerkrankung. Bleibt der Bluthochdruck unbehandelt, kann er zu ernsthaften Gesundheitszuständen wie Herzkrankheiten, Schlaganfällen und Nierenschäden führen.

Wie kann man also Bluthochdruck vorbeugen? Was genau ist der Blutdruck? Welche Methoden zur Blutdruckmessung gibt es? Und wie interpretieren Sie Ihre Blutdruckwerte richtig? Diese Fragen klären wir für Sie. 

Was ist der Blutdruck? 

Der Blutdruck wird üblicherweise durch zwei Werte dargestellt: den systolischen Blutdruck als erstes und den diastolischen Blutdruck als zweites. Diese Messwerte zeigen den Druck in Ihren Blutgefäßen an, sowohl während eines Herzschlags als auch in der Ruhephase dazwischen. Der systolische Wert, der höhere der beiden, gibt den Druck an, den Ihr Herz bei jedem Schlag ausübt. Der diastolische Wert, der niedrigere, misst den Druck, wenn Ihr Herz zwischen den Schlägen ruht.


Abb.1: Systolischer Blutdruck (oben) und Diastolischer Blutdruck (darunter) 

Beide Werte sind wichtig, um Ihren Blutdruck korrekt einzuschätzen und zu verstehen, ob er im normalen Bereich liegt oder ob eine Hypertonie vorliegt. 

Hypertonie bezeichnet einen dauerhaft erhöhten Blutdruck, bei dem die Werte in den Arterien konstant über den normalen Grenzen liegen und ist der medizinische Fachbegriff für Bluthochdruck. 

 

Warum ist die Überwachung des Blutdrucks wichtig? 

Der Blutdruck ist ein entscheidender Indikator für die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Da Symptome selten sind, bleibt Bluthochdruck jedoch oftmals unbemerkt und unbehandelt. Ein langanhaltend hoher Blutdruck kann das Risiko für eine Vielzahl von Gesundheitsproblemen erhöhen, darunter: 

  • Herzinfarkt: Bluthochdruck kann die Arterien schädigen und die Blutzufuhr zum Herzmuskel blockieren. 
  • Schlaganfall: Erhöhter Blutdruck kann das Risiko eines Schlaganfalls durch Blutgerinnsel oder das Platzen von Blutgefäßen steigern. 
  • Nierenerkrankungen: Bluthochdruck kann die Nieren belasten und deren Filterfunktion beeinträchtigen. 
  • Sexuelle Dysfunktion: Probleme wie erektile Dysfunktion und Libidoverlust können mit hohem Blutdruck in Verbindung stehen. 
  • Angina Pectoris: Bluthochdruck kann zu Herzerkrankungen und Brustschmerzen führen. 
  • Periphere Arterienerkrankung: Die Verengung der Arterien, oft durch Arteriosklerose verursacht, kann Schmerzen in Armen, Beinen, Magen und Kopf verursachen und das Risiko für weitere kardiovaskuläre Erkrankungen erhöhen. 

Ein dauerhaft hoher Blutdruck belastet die Blutgefäße. Schlechtes Cholesterin, das sogenannte „LDL-Cholesterin“, kann sich an geschwächten oder gerissenen Stellen der Arterienwände ansammeln, was Arteriosklerose und mögliche Blutgerinnsel fördert. Das Herz muss dann härter arbeiten, um das Blut durch den Körper zu pumpen, was Ihr Risiko für verschiedenste Herz-Kreislauf-Erkrankungen und zerebrovaskuläre Ereignisse erhöht.  

Regelmäßige Blutdruckkontrollen und Absprachen mit Fachpersonal aus dem Gesundheitswesen sind entscheidend, um Ihr Herz und andere lebenswichtige Organe zu schützen. 

 

Wie wird der Blutdruck gemessen?  

Die Messung des Blutdrucks ist ein wichtiger Schritt in der Gesundheitsvorsorge und erfolgt meist am Oberarm. Es gibt verschiedene Methoden zur Blutdruckmessung, zum Beispiel:

1. Auskultatorische Methode 

Abb.2: Klassische Blutdruckmessung mit Manschette und Stethoskop

Die auskultatorische Methode, bei der eine Blutdruckmanschette und ein Stethoskop verwendet werden, war lange der Standard in Kliniken. Die auskultatorische Messung wird durch das Abhören der Korotkoff-Töne, die beim langsamen Ablassen der Luft aus der Manschette entstehen, durchgeführt. Moderne Geräte verzichten jedoch auf Quecksilber und kombinieren elektronische Sensoren mit dieser bewährten Methode.

2. Oszillometrische Methode 


Abb.3: Oszillometrisches Blutdruckmessgerät im Heimgebrauch 

Die oszillometrische Methode ist vor allem aus dem Heimgebrauch bekannt und findet zunehmend Einsatz in Gesundheitseinrichtungen. Dort ermöglichen die automatisierten Blutdruckmessgeräte es den Kunden und Patienten, ihre Blutdruckwerte selbstständig zu messen. Diese Technik registriert die Schwingungen in der Manschette, während die Luft langsam entweicht und berechnet daraus den Blutdruck.

Aufgrund ihrer Benutzerfreundlichkeit ist die oszillometrische Methode ideal für regelmäßige Blutdruckmessungen ohne direkte Aufsicht durch medizinisches Fachpersonal. 

 

Tipps für eine korrekte Blutdruckmessung 

Um genaue Blutdruckwerte zu erhalten, sollten Sie vor der Blutdruckmessung keinen Kaffee trinken, nicht rauchen und keine anstrengenden Tätigkeiten ausführen. Es wird empfohlen, vor der Messung fünf Minuten ruhig zu sitzen. Der Blutdruck sollte in einer entspannten Sitzposition mit auf einer Unterlage abgestütztem Arm auf Herzhöhe gemessen werden.

Optimal ist es, die Blutdruckmessung täglich zur gleichen Zeit durchzuführen und mehrere Messungen hintereinander, im Abstand von jeweils einer Minute, zu machen, um den genauesten Wert zu ermitteln.

 

Wie Sie Ihre Blutdruckwerte richtig interpretieren 

Ihr Blutdruck wird üblicherweise in zwei Werten angegeben: 

  • Systolischer Blutdruck: Der erste, höhere Wert gibt den Druck in Ihren Arterien an, wenn das Herz Blut in den Kreislauf pumpt. Ein optimaler systolischer Wert liegt unter 120 mmHg. 
  • Diastolischer Blutdruck: Der zweite, niedrigere Wert gibt den Druck in Ihren Arterien an, wenn das Herz zwischen den Schlägen ruht. Ein optimaler diastolischer Wert liegt unter 80 mmHg. 

Der systolische Wert ist stets der höhere der beiden. Wenn Ihr Blutdruck gemessen wird, liegt ein gesunder Wert bei 120/80 mmHg. Ebenso Werte zwischen 120-129/80-84 mmHg gelten als normaler Blutdruck. Werte darüber können auf bestehende oder potenzielle Gesundheitsprobleme hinweisen. 


Abb.4: Blutdruckwerte – Systolischer Blutdruck, Diastolischer Blutdruck und Puls 

Der Puls gibt zusätzlich an, wie oft Ihr Herz pro Minute schlägt. Normalwerte für Erwachsene liegen zwischen 60 und 100 Schlägen pro Minute. 

 

Blutdrucktabelle 

Die folgende Tabelle zeigt die Klassifikation des Blutdrucks und Definition der Hypertonie-Grade gemäß den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie:

Kategorie Systolisch (mmHg) Diastolisch (mmHg)
Optimal < 120 und < 80
Normal 120–129 und/oder 80–84 
Hochnormal  130–139  und/oder 85–89 
Hypertonie Grad 1  140–159  und/oder 90–99 
Hypertonie Grad 2  160–179  und/oder 100–109 
Hypertonie Grad 3  ≥ 180  und/oder ≥ 110 
Isolierte systolische Hypertonie  ≥ 140  und < 90 

Die Bereiche sollten auf Basis wiederholter Messungen und nicht nur anhand einer Einzelmessung gedeutet werden. Es ist ebenfalls wichtig, die spezifische Verwendung von “und” sowie “oder” in der Tabelle zu beachten. 

Sowohl der systolische Blutdruck als auch der diastolische Blutdruck sind wichtig. Für Personen über 50 Jahre wird dem systolischen Blutdruck oft mehr Bedeutung beigemessen, da dieser mit dem Alter aufgrund von natürlicher Versteifung der Arterien und langfristiger Plaquebildung ansteigt. Studien zeigen jedoch, dass sich das Risiko für Todesfälle durch ischämische Herzkrankheiten und Schlaganfälle bei jedem Anstieg um 20 mmHg systolisch oder 10 mmHg diastolisch bei Personen im Alter von 40 bis 89 verdoppelt. 

 

Wie Sie hohem Blutdruck vorbeugen können 

Es ist zwar nicht möglich, Ihre Gene zu ändern oder den Alterungsprozess zu stoppen, doch es gibt mehrere Lebensstilentscheidungen, die Ihr Risiko für die Entwicklung von Bluthochdruck minimieren können: 

  1. Aktiv bleiben: Regelmäßige körperliche Aktivität kann Ihre Herzgesundheit verbessern und somit helfen, hohen Blutdruck zu verhindern. Kardiovaskuläre Aktivitäten wie Laufen, Radfahren, Wandern, Schwimmen, Tanzen und Gehen haben eine entzündungshemmende Wirkung auf Ihr sympathisches Nervensystem, was Ihren Blutdruck senken und das Risiko einer Hypertonie verringern kann.
  2. Salzaufnahme reduzieren: Ein übermäßiger Salzkonsum ist ebenfalls mit hohem Blutdruck verbunden, da Natrium zur Wasserretention führen kann. Studien haben gezeigt, dass eine Reduktion der Salzaufnahme den Blutdruck senken kann.
  3. Mehr Obst und Gemüse essen: Neben dem Salz selbst kann auch eine insgesamt gesunde Ernährung entscheidend sein, um Bluthochdruck zu verhindern. Obst und Gemüse liefern lebenswichtige Nährstoffe wie Kalium, die direkt gegen die Wirkung von Natrium auf Ihren Blutdruck ankämpfen können.
  4. Weniger Alkohol trinken: Alkohol kann Ihren Blutdruck erhöhen. Übermäßiger Konsum kann Entzündungen verursachen, die sich direkt auf Ihre Blutdruckwerte auswirken.
  5. Krafttraining nicht vergessen: Neuere Forschungen legen nahe, dass Krafttraining als Ergänzung zum aeroben Training den Blutdruck weiter senken kann. Ziel sollte es sein, 2 bis 4 Sätze mit 8 bis 12 Wiederholungen für jede der großen Muskelgruppen während Ihrer Trainingseinheiten zu absolvieren. Die Trainingseinheiten sollten über die Woche verteilt werden, um möglichen Muskelschmerzen vorzubeugen. Zum Krafttraining gehören Übungen an Trainingsgeräten im Fitnessstudio (z.B. Brustpresse, Schulterpresse), mit freien Gewichten (z.B. Hanteln, Langhanteln) und Training mit Widerstandsbändern (z.B. Kniebeugen, Liegestütze, Bizepscurls).
  6. Blutdruck im Auge behalten: Da Bluthochdruck oft keine offensichtlichen Symptome zeigt, ist es wichtig, regelmäßig den Blutdruck überprüfen lassen, besonders wenn Sie ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Bluthochdruck haben. Dies umfasst ältere Menschen und Personen mit einer familiären Vorgeschichte von Hypertonie. Lassen Sie regelmäßige Gesundheitschecks, z.B. mit dem BPBIO 750, durchführen, um erhöhte Blutdruckwerte zu erkennen, bevor chronische Erkrankungen daraus entstehen.


Abb.5: Blutdruckmessung mit dem BPBIO 750

Das BPBIO 750 ist ein präzises, vollautomatisches Blutdruckmessgerät, das nahtlos in den InBody Check-Up integriert werden kann. Damit bieten Sie Ihren Kunden schnelle Selbstmessungen und eine umfassende Gesundheitsberatung.

 

Fazit: Kennen Sie Ihre Blutdruckwerte! 

Chronischer Bluthochdruck ist ein häufiges Gesundheitsrisiko, das ernste Folgen haben kann, wenn es unbehandelt bleibt. Am wichtigsten ist es, Ihre Blutdruckwerte zu kennen und regelmäßig zu überwachen.

Dank der modernen oszillometrischen Blutdruckmessgeräte ist es einfacher denn je, Ihren Blutdruck regelmäßig zu überprüfen. Ihr Blutdruck bietet in Kombination mit anderen wichtigen Gesundheitsindikatoren, wie Ihrem Körperfettanteil, Ihrem viszeralen Fettbereich und Ihrer Skelettmuskelmasse, wertvolle Einblicke in Ihren aktuellen Gesundheitszustand und Ihr Risikoprofil. Sollten Ihre Blutdruckwerte konstant ungewöhnlich sein, ist es wichtig, diese regelmäßig zu überwachen und mit einer Fachkraft im Gesundheitswesen zu besprechen.

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FAQ’s

Wie oft sollte ich meinen Blutdruck messen?

Es wird empfohlen, Ihren Blutdruck regelmäßig zu messen, besonders wenn Sie anfällig für Bluthochdruck sind oder bereits eine Hypertonie diagnostiziert wurde. Die Häufigkeit kann variieren, aber eine allgemeine Empfehlung ist, ihn mindestens einmal monatlich zu überprüfen, wenn Sie bisher keine Probleme hatten. Bei bestehender Hypertonie oder laufender Behandlung kann Ihr Arzt häufigere Messungen empfehlen.

Was bedeutet ein Blutdruckwert von 140/90 mmHg?

Ein Blutdruckwert von 140/90 mmHg wird als Grenze zur Hypertonie betrachtet. Dies bedeutet, dass der systolische Wert (der obere Wert) 140 mmHg und der diastolische Wert (der untere Wert) 90 mmHg beträgt. Werte in diesem Bereich oder höher können auf ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen hinweisen und erfordern oft eine medizinische Bewertung und möglicherweise eine Behandlung. 

Können Lebensstiländerungen meinen Blutdruck wirklich senken?

Ja, Lebensstiländerungen können signifikant dazu beitragen, Ihren Blutdruck zu senken. Dazu gehören regelmäßige körperliche Aktivität und Krafttraining, eine ausgewogene Ernährung reich an Obst und Gemüse und arm an gesättigten Fetten und Salz, das Vermeiden von übermäßigem Alkoholkonsum, Nichtrauchen und die Aufrechterhaltung eines gesunden Körpergewichts.

Was sollte ich tun, wenn mein Blutdruck erhöht ist?

Wenn Ihr Blutdruck konstant erhöht ist, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen. Medizinische Fachkräfte können eine geeignete Behandlung empfehlen, die oft eine Kombination aus Lebensstiländerungen und möglicherweise blutdrucksenkenden Medikamenten umfasst. Es ist entscheidend, den Blutdruck regelmäßig zu überwachen und den Anweisungen Ihres Gesundheitsdienstleisters zu folgen, um langfristige Gesundheitsschäden zu vermeiden.

Quellen 

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